Es ist kein Job wie jeder andere. Unternehmer*in sein, ist ein Lebensentwurf. Wie es sich anfühlt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und früh Verantwortung für Mitarbeiter*innen zu tragen, davon erzählen drei junge Unternehmer*innen aus Franken. Katharina Zahner hat ihre Geschichte für echtOberfranken niedergeschrieben. Teil 2: Dr. Verena Schraner vom Erfolgslabor aus Erlangen.
„Marathonlaufen und Unternehmensführung ist in einigen Punkten vergleichbar“
Dr. Verena Schraner geht beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch einen Schritt weiter. „Für mich ist es die einzige Möglichkeit, Familie mit einem anspruchsvollen Beruf zu vereinbaren“, sagt die Unternehmensberaterin. Sie war zehn Jahre als Führungskraft in Pharmaunternehmen tätig. Am Anfang ihrer Selbstständigkeit standen eine starke Vision und ihr Mann Stefan Schraner, „ein Vollblutunternehmer“, wie sie sagt. „Jahrelang habe ich mich zwischen den verschiedenen Hierarchien aufgerieben und habe mich geärgert, wie meine Energie manchmal verloren gegangen ist. Mal wurde ich ausgebremst, mal hat die Zusammenarbeit im Team Entscheidungsprozesse verzögert. Nach der Geburt unserer Tochter habe ich während der Elternzeit meinen Mut zusammengenommen und mich selbstständig gemacht“, sagt Verena Schraner.
Heute unterstützt sie Unternehmen dabei, genau die Prozesse zu verbessern, die ihr selbst damals das Leben schwer gemacht haben. „Ganz wichtig ist, dass das Team zusammenpasst und Führungskraft und Mitarbeiter harmonieren.“ Verena Schraner hat gemeinsam mit einem Wirtschaftspsychologen ein naturwissenschaftliches Verfahren zur Personalauswahl entwickelt, das Persoscreen heißt. „Der Test basiert auf einer naturwissenschaftlichen Methode und hilft dabei, aus einem qualifizierten Bewerberpool denjenigen zu finden, der am besten zur jeweiligen Stelle passt.“
Und wie gut passt das Unternehmerinnen-Dasein zu Verena Schraner? „Im Ganzen sehr gut! Ich genieße meine Freiheit und meinen Gestaltungsspielraum jeden Tag und freue mich darüber, dass ich Mutter sein kann und trotzdem geistige und berufliche Herausforderungen habe.“ Trotzdem sei es nicht immer einfach, die komfortable Situation eines festen Monatsgehaltes aufgegeben zu haben. Selbstständig sein, das heißt auch immer aufs Neue Berge und Täler zu meistern. Dabei hilft ihr, dass sie schon vor Jahren angefangen hat, Marathon zu laufen. Damals, um in der Freizeit einen Ausgleich und eine Herausforderung zu haben. Marathonlaufen und Unternehmensführung seien in einigen Punkten vergleichbar. „Man braucht Ziele, eine gute Kondition und einen trainierten Willen, um auch schwierige Passagen zu meistern.“