Mit 22 Jahren gründete er sein eigenes erfolgreiches Unternehmen. Heute ist Dr. Michael Hoppe Social Entrepreneur. Mit seiner Organisation „steps for children“ unterstützt er Hilfsprojekte in Afrika. Eigenverantwortung und eine Zukunft für die Kinder sind seine Ziele.

„Als ich mit Anfang 50 mein Unternehmen verkauft habe, wollte ich etwas sinnstiftendes tun“, sagt Dr. Michael Hoppe. Der Gründer der Hilfsorganisation steps for children und Träger des Bundesverdienstkreuzes konnte damals bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. „Ich hatte das Gefühl, dass ich Glück gehabt habe in meinem Leben“, sagt er. „Zum Beispiel durch meine Bildungschancen. Davon wollte ich etwas zurückgeben.“

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Heute – 14 Jahre später – ist aus diesem Wunsch eine Bewegung und Stiftung entstanden. Für über 2.000 Kinder und Jugendliche in Namibia und Simbabwe hat sich das Leben durch insgesamt neun Projekte zum Positiven verändert. Sie erhalten eine warme Mahlzeit in der Suppenküche, haben einen Ort, an dem sie Zuwendung und Schutz erfahren und profitieren von besseren Bildungschancen. „Viele Kinder bekommen nicht viel Liebe, Zuneigung und Zeit zu Hause. Sie leben in schwierigen Verhältnissen“, erzählt Dr. Hoppe. In Namibia beispielsweise leben 2,3 Millionen Menschen. Die Hälfte unter 24 Jahren. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent und die Hälfte aller Menschen lebt unter der Armutsgrenze. Jedes zehnte Kind unter 17 Jahren hat einen Elternteil an HIV verloren.

Zuneigung, Interesse und Akzeptanz für die Kinder

Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation bieten daher mit den Suppenküchen und Vorschulen mehr als eine warme Mahlzeit. Sie werden auch zu wichtigen Ansprechpartnern, bieten einen sicheren Ort und zeigen den Kindern, Interesse, Zuneigung und Akzeptanz. „Jeden Morgen gilt mein erster Gedanke den Kindern“, sagt beispielsweise Vorschullehrer Santiago Narib. „Ich überlege, was ich ihnen beibringen, wie ich sie lieben und erziehen kann. Und, wie ich sie dazu ermutigen kann, ihre Ausbildung ernst zu nehmen.“ Santiago arbeitet bei steps for children. Die Vorschule und warmen Mahlzeiten legen die Grundlage, damit die Kinder ihre schulische Ausbildung bewältigen und einen Schritt in eine bessere Zukunft gehen können.

Während Lehrer, Köche und Mitarbeiter in den Werkstätten für die Ausbildung und das Wohlbefinden der Kinder sorgen, kümmert sich der Vorstandsvorsitzende Dr. Hoppe um das große Ganze. Genauso, wie er es als Unternehmer getan hat. „Meine grundsätzliche Arbeit hat sich kaum verändert“, sagt er. „Ich denke und handele immer noch als Unternehmer.“ Zu seinen Aufgaben gehöre es, Menschen zum Beispiel als Spender zu überzeugen, Mitarbeiter zu führen und Projekte zu koordinieren. Und vermutlich ist es genau dieses unternehmerische Denken, welches seine Organisation von vielen anderen Hilfsorganisationen unterscheidet.

Menschen befähigen, eigenverantwortlich zu handeln

„Mir geht es darum, dass die Projekte sich irgendwann selbst tragen und die Menschen eigenverantwortlich handeln.“ Zu den Projekten, in denen auch ausgebildet wird, gehören eine Tischlerei, eine Computerschule, eine Gärtnerei, Fischteiche und ein Gästehaus.

Die Stiftung „steps for Children“ genießt heute hohes Ansehen und wurde, ebenso wie Dr. Hoppe selbst, vielfach ausgezeichnet.

„Unsere Vision ist es, unabhängig zu werden“, sagt er. „Um in Afrika langfristig etwas zu erreichen braucht man Geduld, Gelassenheit und Demut.“ Viele Helfer geben irgendwann frustriert auf. Speziell in Namibia könne man beobachten, dass die Menschen das selbstständige Denken und Handeln nicht so gewöhnt seien. Eventuell auch eine Folge der Kolonialisierung, wie Dr. Hoppe vermutet.

„Um in Afrika langfristig etwas zu erreichen braucht, man Geduld, Gelassenheit und Demut.“

Es gebe in den afrikanischen Sprachen häufig kein Wort für „Morgen“. Die Menschen leben im Hier und Jetzt. Dafür müsse niemand verhungern, weil alle teilen und zusammenhalten. „Jeder der 50 Menschen, die in unseren Projekten Arbeit haben, ernährt noch zehn weitere Familienmitglieder“, erzählt er. Deshalb möchte er mit steps for children bleiben und gemeinsam mit den Kindern erste Schritte in eine neue, selbstbestimmte Zukunft gehen. Hartnäckigkeit siegt – auch daran erkennt man den erfolgreichen Unternehmer.

Beitrags-Bild: (c) Raimar von Wienskowski

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