30 Jahre Biobewegung in der Metropolregion Nürnberg: Katharina Zahner hat für das Lust-Auf-Magazin den Bio-Pionieren von damals einen Besuch abgestattet und erzählt, wie aus kleinen Anfängen eine Bewegung entstanden ist.
Die Bio-Fach kam für Stefan Aster im richtigen Moment nach Nürnberg. „Ich war im Bratwurstexport tätig und begann gerade, mich für gesunde Ernährung und Bio zu interessieren“, sagt der erfolgreiche Nürnberger Bio-Unternehmer. „Grund für mein Umdenken war die Geburt meiner Töchter.“ Damals, im Jahr 1999, kam ihm die Idee zu den Nürnberger Bio Originalen in Form von Bratwurst und Lebkuchen. „Ich war der Meinung, dass die schönen typisch Nürnberger Produkte zu sehr zur Massenware geworden waren.“ Die Bio-Fach kam damals gerade von Frankfurt nach Nürnberg.
„Ohne die Bio-Fach gäbe es vielleicht keine Bio Originale“
Eine gute Gelegenheit, die Geschäftsidee vor Ort ohne großen Aufwand zu testen. „Es war ganz nah, sogar mit dem Fahrrad zu erreichen“, berichtet er im Rückblick und meint etwas nachdenklich: „Wäre die Bio-Fach damals nicht gerade nach Nürnberg gekommen, vielleicht gäbe es gar keine Nürnberger Bio Originale.“ Zusammen mit Eisblümerl und den produzierenden Betrieben stehen heute immerhin 50 Arbeitsplätze in der Region hinter der Firma.
Nürnberger Lebkuchen und Bratwürste in höchster Qualität und mit Biozutaten wieder zu etwas Besonderem machen, war die grundsätzliche Idee hinter den Bio Originalen. Stefan Aster geht es dabei um mehr als Gesundheit, Qualität und den Verzicht von Pestiziden. „Es geht mir auch um nachhaltigen Anbau und fairen Handel“, erklärt er. „Der Bauer ist sonst oft der letzte in der Kette!“
Verantwortung tragen, positive Visionen umsetzen und gleichzeitig unternehmerisch Denken und Handeln. Das geht ganz offensichtlich zusammen. Heute wesentlich mehr noch als damals. „Damals war das Thema Bio gar kein Thema“, erzählt er. Bei seinem ersten Messe-Auftritt auf der Bio-Fach 1999 waren Wollpulli und Birkenstock allgegenwärtig. „Im Anzug auf der Bio-Fach wurde man komisch angeguckt.“ Das hat sich heute sehr professionalisiert, was man auch an den hochwertigen Messeauftritten erkennt. „Bio hat allgemein eine höhere Wertigkeit. Ich würde sagen, Bio ist angekommen.“