30 Jahre Biobewegung in der Metropolregion Nürnberg: Katharina Zahner hat für das Lust-Auf-Magazin den Bio-Pionieren von damals einen Besuch abgestattet und erzählt, wie aus kleinen Anfängen eine Bewegung entstanden ist.
„200.000 Beschäftigte, 8 Milliarden Umsatz, 4,5 Prozent des Lebensmittelmarktes. Und das ohne staatliche Förderung, sieht man mal von der kleinen Förderung durch Rot-Grün ab“, sagt Hubert Rottner und ergänzt: Das sei doch schon einmal ein ganz schöner Erfolg. Vor allem, wenn man bedenkt, „wie wir damals belächelt und als Spinner abgetan wurden“. Er denke dabei ganz besonders an die Biobauern und -bäuerinnen, die mit ihrer Entscheidung Ökolandbau zu betreiben, in ihren Dorfgemeinschaften ausgeschlossen wurden und so etwas wie „Outlaws“ waren.
„Bio ist für mich eine absolute Erfolgsgeschichte“

Mit Blick auf die heutige Branche ruft Hubert Rottner vor allem zu mehr Geschlossenheit auf: „Was ich absolut nicht verstehe, ist der Konkurrenzkampf innerhalb der Bioszene. – Statt gemeinsam zu überlegen, wie wir die anderen 95 Prozent des Lebensmittelmarktes erobern können, macht man sich gegenseitig Konkurrenz.“ Für so eine Kooperation mit Mitbewerbern gebe es in Amerika einen schönen Begriff: „Coopetition“, zusammengesetzt aus cooperation (Zusammenarbeit) und competition (Wettbewerb).
„Wir, die denns, basics, alnaturas, biocompanys und wie wir alle heißen, haben doch vielmehr gemeinsam als mit Lidl, Norma, Netto, Aldi und sonstigen Billigheimern!“ Würden sich die Beschäftigten der Biobranche zusammenschließen, könnte man in Berlin und Brüssel mit starker Stimme auftreten und wesentlich mehr erreichen.
Ein anderes Lebensgefühl vermitteln und auf die Bedeutung von Bio-Lebensmitteln aufmerksam machen, das war von Anfang an das Ziel des Öko-Event-Veranstalters. Während seiner Messen verbinden sich Nachhaltigkeit und Information mit Geselligkeit und Genuss für die ganze Familie. Das neueste Projekt des aktiven Veranstalters ist die Biodiva. Eine Messe zur Biodiversität, bei der traditionelles Saatgut wiederbelebt werden soll.